Die Sonne stand hoch über der Bucht von Alcúdia, als Lady Anja den schweren SUV vor der abgeschiedenen Luxusvilla zum Stehen brachte. Der Kies knirschte unter den breiten Reifen, ein Geräusch, das sie immer mit Kontrolle verband. Sie stieg aus, streckte sich genüsslich in der warmen mallorquinischen Luft und ließ ihren Blick über die weiß getünchte Fassade schweifen. Infinity-Pool, Palmen, Meerblick, absolute Privatsphäre – genau das, was sie für diese Woche brauchte. Nicht nur Erholung. Sondern Demonstration. Demonstration von Macht, die so absolut war, dass sie nicht einmal mehr erklärt werden musste.
Sie öffnete den Kofferraum. Drinnen lag er, zusammengefaltet wie ein Gepäckstück zwischen zwei großen Louis-Vuitton-Reisetaschen und einer Kiste mit Spielzeug. Sein Körper war von der Fahrt vom Flughafen Palma steif und schmerzte an allen Stellen, wo Metall und Kunststoff sich in seine Haut gedrückt hatten. Er trug nur eine enge schwarze Boxershorts und einen dünnen Metallkragen, der mit einem kleinen Vorhängeschloss gesichert war. Die Schlüssel trug sie an einer feinen Kette um den Hals – zwischen ihren Brüsten, wo er sie spüren konnte, wenn sie ihn nah genug herankommen ließ.
„Raus“, sagte sie knapp, ohne ihn anzusehen.
Er kroch rückwärts heraus, fiel auf den heißen Kies und blieb sofort auf allen Vieren. Seine Knie und Handflächen brannten, aber er ignorierte es. Stattdessen senkte er den Kopf und küsste den Boden direkt vor ihren schwarzen Peeptoe-Pumps mit den 12-cm-Stilettos. Die Absätze waren schmal wie Dolche, die Sohlen rot lackiert – seine Lieblingsfarbe, weil sie ihn jedes Mal an Blut erinnerte, wenn sie ihn damit traktierte.
„Brav“, murmelte sie spöttisch. „Nimm die Taschen. Und die Kiste. Und wehe, du lässt auch nur einen Tropfen Schweiß auf mein Gepäck fallen.“
Er gehorchte wortlos. Seine Arme zitterten unter dem Gewicht, als er die Taschen schulterte und die schwere Metallkiste mit dem Käfig und dem restlichen Equipment hinterher schleppte. Lady Anja ging voraus, ihre Hüften wiegten sich in dem engen weißen Leinenkleid, das bei jedem Schritt ihre langen Beine und die Kurven ihres Hinterns betonte. Sie wusste genau, dass er zusah. Sie wusste auch, dass er längst hart war – das war immer so, sobald sie ihn demütigte.
Im Haus war es angenehm kühl dank der Klimaanlage. Marmorböden, hohe Decken, bodentiefe Fenster zum Meer. Sie führte ihn direkt durch die offene Küche in den Keller. Der Raum war ursprünglich als Fitnessbereich gedacht gewesen: große Spiegel an einer Wand, mehrere Geräte – Kabelzug, Hantelbank, Laufband, Squat-Rack. Dazwischen, fast unscheinbar zwischen zwei Geräten platziert, stand er: der Käfig.
Schwarz lackierter Stahl, 95 × 65 × 75 cm. Gerade groß genug, dass ein erwachsener Mann sich hineinzwängen konnte, wenn er sich klein machte. Die Gitterstäbe waren so eng, dass weder Kopf noch Schultern hindurchpassten. Eine kleine Tür vorne, zwei massive Vorhängeschlösser. Innen ein dünner Gummimatte, mehr nicht. Kein Polster, kein Kissen, keine Decke. Das war Absicht.
„Das ist dein neues Zuhause“, sagte sie und strich mit einer langen, schwarz lackierten Kralle über das kalte Metall. „Für die nächsten sieben Tage. Vielleicht länger, wenn ich Lust dazu habe.“
Er starrte den Käfig an. Seine Kehle arbeitete sichtbar. Früher – vor 2016 – hätte er vielleicht noch gezweifelt. Vor 2017 hätte er vielleicht noch verhandelt. Vor August 2023 hätte er vielleicht noch eine winzige Chance gesehen, dass das alles nur ein Spiel war. Aber seit er die Generalvollmacht unterschrieben hatte, seit das Tattoo auf seinem linken Oberarm in schwarzen Lettern stand „Property and Bitch of Lady Anja“, seit er seinen LKW-Führerschein abgegeben, seine Wohnung gekündigt und sein gesamtes Hab und Gut auf ihren Namen überschrieben hatte, gab es kein Zurück mehr. Und er wollte auch keins.
„Danke, Herrin“, flüsterte er heiser.
Sie lachte leise – dieses Lachen, das immer halb amüsiert, halb verächtlich klang. „Dankbar bist du also schon. Gut. Dann zeig es mir.“
Sie öffnete die kleine Tür. Der Käfig quietschte leicht. Sie packte ihn am Kragen und zog ihn hinein. Er musste sich extrem klein machen: Knie hochgezogen, Rücken gekrümmt, Kopf gesenkt, Arme zwischen den Beinen eingeklemmt. Als die Tür zuschlug und das erste Schloss klickte, spürte er, wie sich etwas in ihm löste. Diese absolute Enge, diese totale Bewegungslosigkeit – das war Freiheit. Seine Freiheit, sich nicht mehr entscheiden zu müssen.
Lady Anja trat einen Schritt zurück und betrachtete ihr Werk. „Schau dich an. Früher Marco, der LKW-Fahrer. Jetzt? Ein Quadratmeter Metall und Schweiß. Und weißt du was? Ich finde dich so viel hübscher als früher.“
Sie zog ihr Kleid über den Kopf. Darunter trug sie nur einen winzigen schwarzen String und nichts weiter. Ihre Brüste waren voll, die Nippel bereits hart von der kühlen Kellerluft und der Erregung, die sie immer spürte, wenn sie ihn so sah. Sie stellte einen Fuß auf die Gitter über seinem Kopf. Der Absatz drückte durch die Stäbe leicht gegen seine Stirn.
„Lutsch“, befahl sie.
Er streckte die Zunge heraus, so weit er konnte. Die Enge machte es schwer, aber er schaffte es. Seine Zungenspitze berührte das glatte Leder des Absatzes, dann die scharfe Kante der Sohle. Er leckte, saugte, küsste – wie ein Verdurstender, der endlich Wasser fand. Sie bewegte den Fuß langsam vor und zurück, ließ ihn die gesamte Länge des Absatzes entlangfahren, dann die Sohle, dann wieder zurück. Manchmal drückte sie fester, bis seine Lippen gegen die Gitter gepresst wurden und er kaum noch Luft bekam.
„Du sabberst schon“, stellte sie fest und klang fast zärtlich. „Typisch. Kaum berühren meine Schuhe dein Gesicht, schon läufst du aus.“
Sie zog den Fuß zurück und spuckte. Der Speichel traf genau auf seine frisch rasierte Glatze – dort, wo früher noch ein letzter Kranz Haare gewesen war, bis sie ihn vor zwei Monaten komplett kahl geschoren und das Video online gestellt hatte. Der Speichel rann langsam über seine Stirn, über die Brauen, tropfte in seine Augen. Er blinzelte nicht einmal. Er wollte keinen Tropfen verlieren.
„Danke, Herrin“, keuchte er.
„Nochmal.“
Sie spuckte erneut. Diesmal zielte sie auf seinen Mund. Er öffnete ihn weit, fing den Speichel auf der Zunge auf und schluckte demonstrativ.
„Gut so. Und jetzt raus mit dir. Ich will trampeln.“
Sie schloss auf, zerrte ihn heraus. Er fiel auf den Betonboden, blieb sofort auf dem Rücken liegen – genau so, wie sie es ihm beigebracht hatte. Arme ausgestreckt, Beine leicht gespreizt, Blick zur Decke gerichtet. Lady Anja stieg über ihn, nackt bis auf den String und die High Heels. Sie stellte einen Fuß auf seine Brust, genau über dem Herzen. Der Absatz bohrte sich in die Haut, hinterließ sofort einen roten Punkt.
„Atme tief ein“, sagte sie.
Er gehorchte. Sie verlagerte ihr ganzes Gewicht auf diesen einen Absatz. Der Schmerz war scharf, stechend, wunderbar. Dann der zweite Fuß – auf seinen Rippen. Nun stand sie vollständig auf ihm, balancierte wie auf einem lebenden Teppich. Sie begann, langsam zu gehen: ein Schritt nach vorne auf seinen Bauch, ein Schritt zurück auf die Brust, wieder vorne, wieder zurück. Bei jedem Schritt drehte sie die Absätze leicht, grub sie tiefer ein. Seine Haut färbte sich rot, dann violett. Kleine Blutstropfen traten an manchen Stellen hervor.
„Tut es weh?“, fragte sie süßlich.
„Ja, Herrin.“
„Gut. Dann tut es richtig.“
Sie stieg höher, stellte einen Fuß auf seine Kehle – nur leicht, gerade so viel Druck, dass er röchelnd Luft holen musste. Der andere Fuß wanderte tiefer, fand seinen harten Schwanz unter dem Stoff der Boxershorts. Sie drückte die Sohle dagegen, rollte ihn langsam hin und her. Er stöhnte auf – halb Lust, halb Schmerz.
„Willst du kommen, Köter?“
„Bitte… nein… ja… bitte, Herrin…“
Sie lachte laut. „Du darfst nicht. Noch lange nicht.“
Stattdessen stieg sie ab, kniete sich über sein Gesicht. Der String war bereits feucht. Sie zog ihn zur Seite und senkte sich auf seinen Mund.
„Leck. Und wehe, du hörst auf, bevor ich komme.“
Er arbeitete mit der Zunge, wie er es gelernt hatte: lange, flache Striche, dann kreisend um die Klitoris, dann wieder tief hinein. Sie ritt sein Gesicht, ihre Hände in seinen Schultern verkrallt, ihre Nägel gruben sich in die Haut. Sie kam schnell – der Orgasmus war hart und laut. Sie schrie fast, als sie sich auf ihm entlud, sein Gesicht mit ihrem Saft überströmte.
Als sie fertig war, stieg sie ab und betrachtete ihn. Sein Gesicht glänzte, seine Augen waren glasig vor Erregung und Demütigung.
„Zurück in den Käfig“, befahl sie.
Er kroch hinein, ohne zu zögern. Das zweite Schloss klickte. Sie stellte sich direkt vor die Gitter, spreizte die Beine leicht und ließ noch einmal einen langen Strahl Speichel auf seine Glatze fallen.
„Du bleibst heute Nacht hier drin. Ich gehe jetzt schwimmen, esse etwas Schönes, trinke Wein. Und du? Du denkst darüber nach, wie dankbar du sein solltest, dass ich dich überhaupt mitgenommen habe.“
Sie drehte sich um und ging die Treppe hinauf. Ihre nackten Füße klatschten leise auf den Marmorstufen. Oben zog sie sich einen winzigen Bikini an – schwarz, glänzend, kaum Stoff. Sie goss sich ein Glas Rosé ein, trat auf die Terrasse und ließ sich auf eine Liege sinken. Die Sonne brannte auf ihre Haut. Der Pool glitzerte einladend.
Unten im Keller lag er zusammengekauert, die Knie gegen die Brust gedrückt, den Kopf an die Gitter gelehnt. Sein Schwanz pochte schmerzhaft, aber er berührte ihn nicht. Das durfte er nicht. Stattdessen schloss er die Augen und wiederholte im Kopf immer wieder denselben Satz:
„Ich bin Eigentum.
Ich bin Sklave.
Ich bin Depp.
Und ich bin genau da, wo ich hingehöre.“
Die Stunden vergingen. Lady Anja schwamm, sonnte sich, telefonierte mit einer Freundin, lachte laut über irgendetwas. Ab und zu ging sie hinunter, öffnete die Tür des Käfigs nur einen Spalt und ließ ihn ihre Zehen lutschen, während sie auf ihrem Handy scrollte. Manchmal spuckte sie wieder. Manchmal trat sie ihm leicht gegen die Rippen durch die Gitter. Manchmal sagte sie gar nichts – und genau das war am schlimmsten.
Am Abend kam sie wieder herunter, diesmal in High Heels und einem durchsichtigen schwarzen Negligé. Sie öffnete den Käfig vollständig.
„Raus. Auf den Boden. Bauchlage.“
Er gehorchte zitternd. Sie stellte sich auf seinen Rücken, diesmal barfuß. Ihre Zehen gruben sich in seine Haut, ihre Fersen drückten in seine Nieren. Sie ging auf ihm auf und ab, als wäre er ein lebender Laufsteg. Dann kniete sie sich auf seinen unteren Rücken, beugte sich vor und biss ihm fest in die Schulter – so fest, dass er aufschrie. Blut trat aus.
„Danke, Herrin“, keuchte er sofort.
Sie lachte wieder. „Du lernst schnell.“
Die Nacht verbrachte er wieder im Käfig. Sie schlief oben im Kingsize-Bett mit Meerblick, nackt, die Fenster offen, das Rauschen des Meeres im Ohr. Unten hörte er nur das leise Summen der Klimaanlage und seinen eigenen Atem, der in der Enge widerhallte.
Am nächsten Morgen begann alles von vorne. Und am übernächsten. Und am darauffolgenden.
Sieben Tage Mallorca.
Sieben Tage Sonne, Meer, Luxus.
Sieben Tage Käfig, Absätze, Spucke, Demütigung.
Sieben Tage, in denen er lernte, dass sein „Zuhause“ nicht aus Wänden bestand, sondern aus ihrer Macht über ihn.
Und mit jedem Tag wurde er dankbarer.
Dankbarer für die Enge.
Dankbarer für den Schmerz.
Dankbarer dafür, dass sie ihn überhaupt noch ansah.
Denn genau das war es, was er immer gewollt hatte.
Seit dem 4. November 2016.
Seit dem ersten Treffen 2017.
Seit der Generalvollmacht 2018.
Seit August 2023.
Ein Leben als Eigentum.
Ein Leben als Köter.
Ein Leben im Quadratmeter Stahl – und nirgendwo sonst wollte er sein.


